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Park am Nordbahnhof

In der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts ist die Bevölkerung Berlins um das vierfache gewachsen. Die
bekannten und nicht mehr existiereneden Kopfbahnhöfe wurden zu der Zeit weitgehend ausgebaut. Wie auch
der Stettiner Bahnhof, der dem stark anwachsenden Verkehrsaufkommen nicht mehr standhielt.

Sketch - Stettiner Bahnhof, Adam Sliwka, 2020

1877 wurde der, nach den Entwürfen von Theodor Augustin Stein errichtete Stettiner Bahnhof eröffnet. Im Zuge des
Neubaus wurde das Plateau um drei Meter über dem Straßenniveau angehoben.

Um das Bahnhofsareal zu überqueren wurde von der Schwartzkopf- bis zur Gartenstraße ein Fußgängertunnel angelegt, der diese miteinander verband.

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Der gesamte Personen- und Güterverkehr zur Nordbahn, nach Neustrelitz, Stralsund und Stettin wurde über eine enge Schneise nördlich des Humboldthains gleitet. Im Zuge der Umbaumaßnahmen wurden die Liesnebrücken, 1896 nach den Entwürfen von Hildebrand, B. & Bathmann durch die Königliche Eisenbahndirektion errichtet.

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Hermann Rückwardt - Bahnbrücke Liesenstraße, 1897

Durch die verherenden Zerstörungen des zweiten Weltkriegs wurde der Bahnhof schließlich 1962 abgerissen und der Verkehr 1971 komplett eingestellt.

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Fotograf: unbekannt, Stettiner Bahnhof nach dem Krieg

Zwischen 1961 und 1989 diente das Areal als unüberwindbarer Grenzstreifen zwischen Ost- und West-Berllin. Wobei die alte Mauer an der Gartenstraße als vordere Sperreinrichtung auf der Westseite genutzt wurde.

(Hier, in dem Ausnahmefall ist sie durch die Position des Areals nach Osten gerichtet)

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1995 gewann das Architekturbüro Fugmann+Janotta den Gestaltungswettbewerb für den neuen Park am Nordbahnhof. Auf sehr naturbelassene Weise hat das Büro den Park saniert und dabei einige Schienen in die wenigen Wege integriert.

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Unteranderem wurden Requisiten des Stettiner Bahnhofs entdecket und an einigen Orten zur Beschauung ausgestellt.

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Viele von den ehemaligen Straßenzugängen wurden wieder reaktiviert, um das erhöhte Plateau zu erreichen.

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Der einstige Tunnel, der die Durchquerung der des Bahnhofs-Areals ermöglichte, wurde schon während der Teilung Berlins geschlossen. Durch die Sanierung des Parks wurde er überflüssig. Die Berliner Unterwelten e.V. hat sich seiner angenommen und gibt Führungen zu dem Thema.

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Die größte Veränderung haben die Architekten wohl an der Kreuzung Bernauerstraße Ecke Gartenstraße veranlaßt. Eine Betontreppe mit Ausssichtsplattform ziert den Haupteingang zum Park. Diese vervollständigt die alte Mauer und gibt der Straßenkreuzung eine monumentale Note.

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Neben dieser sich ein rampenartiger Pfad sich befindet, der zu einem weiteren historischen Überlebenden der Nachkrigszeit führt. Dem "kleinen Stettiner", so wurde Anfang des 19. Jahrhunderts der kleine Anbau neben dem Stettiner Bahnhof genannt.

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Der einstige Vorortbahnhof wird heute von einer Eventlocation genutzt.

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Parallel zur alten Mauer in der Gartenstraße verläuft die Hinterlandmauer im Westen des Parks. Wobei sie die östliche Grenze des Todesstreifens darstellt. Das übriggebliebene Stücke dient hervorragend als Flurstücksgrenze zu den benachbarten Freizeit- und Erholungsaktivitäten, die sich dort angesiedelt haben.

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Die Mauer führt mit einem langen Bogen nach Norden, zu dem Punkt an dem die S-Bahn-Trasse aus dem Untergrund kommt und zu den Lisenbrücken führt. An der Stelle endet der Park in einer engen Sackgasse.

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